An sich ganz einfach: Weil ich nur mit wenigen der Forderungen überein stimme.
Ich bin sehr zufrieden mit meinem Informatikstudium an der FH Aachen. Einige Punkte die aufgeführt werden haben ihren Grund glaube ich eher in der Faulheit einiger Studenten, als in der "nichtstudierbarkeit" eines Bachelors. Ich schreibe pro Semester vier bis fünf Klausuren (23 Fäche in 5 Vorlesungssemestern). Das ist nicht unglaublich viel. Natürlich hat man mehr Lust draußen zu sitzen und weniger drinnen zu lernen. Aber, wenn ich keine Lust habe mich hinzusetzen und mir etwas zu erarbeiten, sollte ich besser Putzfrau werden und nicht Student. Dass so ein Studium (zu Recht) kein Zuckerschlecken ist, sollte doch jedem klar sein.
In Sachen Studiengebühren bin ich eher zweigespalten. Natürlich gefällt es niemandem 500€ pro Semester zu zahlen. Aber dennoch sehe ich, wie sich das Angebot an Tutorien, Hardware und Zusatzangeboten verbessert hat. Ich bin ja selber Tutor und kann sagen: Kaum einer Nutzt das Tutorium. Nur ein kleiner Bruchteil der Studenten kommt und stellt Fragen. Und das sind meistens die, die es nicht einmal nötig hätten. Anscheinend ist vielen Studenten gar nicht klar, dass ihr Geld für sie (auch in Tutoren) investiert wird. Ein Negativpunkt ist (gerade an der FH) die Höhe der Gebühren: Die FH hat seit der Einführung über 2 Millionen Euro noch nicht ausgegeben. Die liegen jetzt auf irgendwelchen Konten und produzieren Zinsen (die übrigens nicht wieder in den Studiengebühren-Topf fließen). Sowas ist kacke. Da sollte man lieber 250€ bezahlen, die auch ausgegeben werden können. Außerdem wurde ja vor der Einführung angekündigt, dass es "genug Stipendien" geben wird. Ich kenne niemanden, der ein Studiengebührenstipendium sein Eigen nennt. Da muss auf jeden Fall noch was passieren.
Regelstudienzeit finde ich gut. Ich kann zwar nur für die Fachhochschule sprechen, muss aber sagen, dass der Regelstudienplan durchaus einzuhalten ist (wenn man nicht faulenzt). Wir sind ja schließlich nicht auf dem Ponnyhof.
Zu wenig Mitbestimmung in der Hochschulpolitik sehe ich auch nur teilweise. Natürlich hat man keinen Einfluss auf das, was in Berlin oder Düsseldorf beschlossen wird. So ist das in der Politik. Die interessiert es ja nicht mal, wenn über 100.000 Menschen den Petitionsserver des Bundestages nutzen. Aber hier jetzt über Politik zu lästern möchte ich gar nicht. Vielleicht will ja jemand von euch mal Bundeskanzler werden (wahlweise Bildungsminister etc).
Zurück zur örtlichen Hochschulpolitik: In unserem Fachbereich hat die Fachschaft durchgesetzt, dass sie ein Veto in der Vergabe von Studiengebühren einlegen kann: So wurde schon verhindert, dass neue Türen aus StuGeb gezahlt wurden (und noch ein paar andere unsinnige Dinge). Außerdem gibt es ja noch den Fachbereichsrat (in dem auch Studenten sitzen), der in den letzten Wochen z.B. eine neue Studienordnung beschlossen hat: Die Umverteilung der Credits und das Wegfallen einer fiesen Vorlesung macht den Studiengang noch schöner. Aber hier muss ich wieder meckern: Bei einer Wahlbeteiligung von <30% haben >70% kein Recht über Hochschulpolitik zu meckern. Wenn sich Leute schon nicht in Gremien engagieren, könnten sie wenigstens Menschen wählen, die ihre Meinungen dort vertreten. Und sowas geht vor Ort mal deutlich besser als in Landes- oder Bundesweiter Politik.
So, Schluss mit Ponnyhof-geblogge. Muss mal was für meine Zukunft tun. Ich geh jetzt lernen.
jijij